Wer eine Firma führt, der weiß, dass es ohne Motivation nicht geht. Diese Information ist nicht neu und sie ist nicht innovativ, doch sie ist wahr. Doch wie geht Motivation richtig und warum lässt sich das pauschal so schlecht beantworten. Die folgenden fünf Tipps sollen zeigen, wie Sie Ihr Team zu Höchstleistungen bringen.

 1. Das Gegenteil von Druck

Immer noch erscheint es zahlreichen Chefs angeraten, ihre Mitarbeiter durch Druck zu motivieren. Sie suggerieren ihnen, dass ihre Leistung nicht ausreiche, dass sie mehr hätten schaffen müssen und vergessen dabei, dass Druck häufig Gegendruck auslöst. Wird zu viel Druck aufgebaut, dann machen die Mitarbeiter zu und lassen eher in ihrer Leistung nach, statt noch eine Schippe drauf zu packen. Umso wichtiger ist es, Vertrauen zu haben. Hätten Sie den Mitarbeiter eingestellt, wenn Sie sich nicht auf ihn verlassen könnten? Natürlich nicht. Also schalten Sie einen Gang zurück, ermutigen Sie Ihre Mitarbeiter zu eigenen Ideen und lassen Sie sie losstürmen.

© Daniel Prudek / fotolia

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2. Fehler sind etwas Gutes

Viele Menschen denken, Perfektion sei etwas Erstrebenswertes, doch das Gegenteil ist der Fall. Aus Angst, die absolute Perfektion nicht zu erreichen, werden gute Ideen blockiert und Innovationen verschoben. Viele Unternehmen müssen Ihre Arbeitskultur neu definieren, weil sie Fehler fürchten und verdammen. Sinnvoller ist es allemal, die Mitarbeiter zu Fehlern zu ermutigen. Denn wer sich traut, auch einmal etwas falsch zu machen, der macht beim nächsten Mal vielleicht alles richtig, und etwas GROSSES kann entstehen.

 3. Motivation ist Typsache

Motivation funktioniert nicht mit dem Gießkannenprinzip. Während bei dem Einen ein Bonus zu einer wirklichen Leistungssteigerung führt, würde der andere deutlich zulegen, wenn er kommen und gehen könnte, wann er will. Der nächste braucht mehr Urlaub, weil reisen seine große Leidenschaft ist und wiederum der nächste möchte für ein Unternehmen arbeiten, das Gutes tut. Wer sein Team wirklich und langfristig motivieren will, der muss das auf der individuellen Ebene tun.

 4. Gemeinsam das Team-Feuer entfachen

Es gibt ein Unternehmen, dass unternimmt mit seinen Auszubildenden jedes Jahr eine Reise auf den Mount Everest. Die jungen Menschen müssen sich schriftlich dafür bewerben und sagen, warum sie unbedingt mitfahren wollen. Eine definierte Anzahl wird ausgewählt und kommt mit. Im Vorfeld dieses Abenteuers müssen sich alle mächtig ins Zeug legen und ihre körperliche und mentale Fitness steigern. Wer auf den Berg aller Berge will, der muss sich schinden. Durch diese gemeinsame Vorbereitung entsteht ein unglaubliches Gemeinschaftsgefühl unter den Azubis. Sie lernen, aufeinander zu achten und auch den Schwächsten zu motivieren und mitzuziehen. Und wenn dann die Reise näher kommt, dann fährt tatsächlich der Unternehmensinhaber mit. Die Jugendlichen profitieren nach eigener Aussage für immer von diesem Abenteuer und sind der festen Überzeugung, dass sie alles erreichen können, was sie sich vornehmen. Übrigens hat dieses Unternehmen eine so niedrige Mitarbeiterfluktuation, dass andere nur stauen können…

 5. Lob, Lob und nochmal Lob

Häufig heißt es, die Mitarbeiter sollten an ihren Schwächen arbeiten. Einleuchtend ist das für mich nicht. Denn meist fallen uns die Dinge schwer, die wir nicht gerne machen. Ist es nicht viel sinnstiftender und befriedigender, wenn Mitarbeiter mehr von dem tun, was sie gut und damit auch gerne machen? Könnte man für die anderen Aufgaben nicht jemanden suchen, der genau diese gerne macht und hätte damit eine Win-Win-Situation? Loben Sie Ihre Mitarbeiter, stärken Sie ihre Stärken und lassen sie die Schwächen die Stärken eines anderen Mitarbeiters sein. So steigt die Akzeptanz dafür, dass man nicht in allem gleich gut sein kann und das man dafür in seinem Bereich Höchstleistungen erbringt und sich perfekt mit anderen vernetzt.

Über die Besteigung des Mount Everest sprechen wir auch in der kommenden Woche noch einmal. Dann geht es hier nämlich darum, wie man die großen Ziele wirklich erreicht.

Neulich auf der Fahrt zum Seminar. Ich saß im Auto, das Radio lief und plötzlich kam es: Das Lied, das nicht nur im Hintergrund läuft, sondern dass einen aufhorchen, mitsummen und mitfühlen lässt. Das Lied, das anders ist und etwas in uns zum Klingen bringt.

Ey, da müsste Musik sein. Egal, wo du bist. Denn wenn es schönsten ist, spiel es wieder und wieder. So oder so ähnlich lautet der Text von Wincent Weiss und ich dachte bei mir, ja genau. Da müsste Musik sein. Egal, wo ich bin. Sie fragen sich vielleicht, wie ich darauf komme. Eigentlich ist es ganz einfach. Wenn wir einen Film schauen, dann läuft in den entscheidenden Momenten immer unfassbar gute, mitreißende und passende Musik. Musik, die das Statement der Schlüsselszene noch untermalt, klarer macht und uns direkt auf der emotionalen Ebene erwischt. Wäre der Schluss so gut ohne Musik? Niemals. Musik transportiert Gefühle und manchmal fühlt sich ein Song einfach so richtig und wahr an, dass er in Dauerschleife laufen muss. Also ja, da müsste Musik sein. Egal, wo ich bin. Denn das Leben ist es wert, mit einem großen Sinfonieorchester gefeiert zu werden. Denn ich bin es doch, der Hauptdarsteller in meinem Film.

Musik der Soundtrack unseres Lebens

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Spielen Sie die Hauptrolle in Ihrem Leben?

Vielleicht finden Sie, dass ich mich zu wichtig nehme. Doch unter uns, wäre es gesünder, wenn ich mich nicht als wichtig erachte? Also sollte ich doch alles daran setzen, dass die schönen, tollen und großen Momente in meinem Leben auch genau so sind, wie sie sein sollten. Mit Musik, die mir Gänsehaut macht und die dazu führt, dass ich auch Jahre später noch genau weiß, wie ich mich in diesem oder jenem besonderen Moment gefühlt habe. Dass ich mich genau daran erinnern kann, wo ich war und wie es um mich herum aussah, und ja, auch daran, welche Musik gelaufen ist.

Mein Moment, meine Musik

Wir Menschen wären nichts ohne unsere Vorstellungskraft und kreative Energie. Also drehen wir den Spieß doch noch einmal um. Stellen wir uns vor, wir könnten zu jeder Zeit auf eine unendlich lange und immer mit der richtigen Musik bestückten Playlist zugreifen und wären immer von der perfekten Musik umgeben. Und jetzt stellen Sie sich einmal vor, Sie würden die Playlist aufräumen und nur die motivierende, beflügelnde und energetische Musik drauf lassen und würden für eine Weile nur Sieger-Lieder hören. Was würde passieren? Sie würden sich von der Musik mitziehen lassen und würden anders gehen, anders reden, anders agieren. Damit würden Sie ungeahnte Erfolge feiern und noch mehr Sieger-Musik hören. Also entsteht ein Positiv-Loop und Sie sind mittendrin.

Wollen Sie da raus oder wollen Sie drin bleiben? Also dann, Kopf aus und Musik an! In der kommenden Woche geht es hier darum, wie man die Leistung des Vertriebs noch optimieren kann.

Keine Frage, Perfektion ist toll. Theoretisch, denn genau so ist sie zu betrachten. Perfektion bedeutet, dass alles zu 100 Prozent gelungen ist. Es könnte nicht besser sein. Doch was ist der Preis für Perfektion?

Eine Frage der Zeit

Wer wirkliche, echte Perfektion erreichen will, der braucht einen eisernen Willen und einen langen Atem. Und er muss bereit sein, viele Frustmomente auszuhalten. Denn eines ist sicher: Der Weg zur Perfektion ist gepflastert mit Frustration. Warum? Weil Perfektion eine Momentaufnahme ist. Und weil der Weg zu einem perfekten Ergebnis immens viel Kraft und Mühe kostet und die Vollkommenheit des Ergebnisses von der Mehrzahl der Menschen nicht einmal wahrgenommen wird. Also warum die Mühe? Ist es nicht viel sinnvoller, das bestmögliche Ergebnis in der kürzesten Zeit zu erreichen und dann am laufenden Projekt weitere Optimierungen vorzunehmen?

Ins Tun kommen ist besser, als nach Perfektion zu streben


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Perfektion ist nur eine Idee

Das berühmte Paretoprinzip besagt, dass 80 Prozent der Ergebnisse mit 20 Prozent des Gesamtaufwandes erreicht werden. Es besagt weiterhin, dass die verbleibenden 20 Prozent der Ergebnisse mit 80 Prozent die meiste Arbeit machen. Verstehen Sie mich nicht falsch. Es geht nicht darum, zu schludern. Vielmehr sehne ich mich nach mehr Pragmatismus, denn während viele Menschen an den letzten 20 Prozent feilen und ein perfektes Ergebnis abliefern wollen, ist die Konkurrenz schneller und schließt möglicherweise mit einem zu 80 Prozent fertigen und noch nicht optimalen Produkt eine vorhandene Marktlücke. Dann nützt einem die Perfektion hinterher auch nichts mehr, denn wer Zweiter ist, der ist häufig auch der erste Verlierer.

Perfektion ist eine Sache des Egos

Wer ehrgeizig ist, der erwartet von sich selbst absolute Perfektion. Alles darunter ist seiner nicht würdig. 120 Prozent ist das neue Mittelmaß und nur etwas für den Durchschnitt. Das ist jedoch weder sinnvoll, noch effektiv. Viele gute Ideen verpuffen, weil sie nur „gut“ und nicht bahnbrechend sind. Doch vielleicht braucht der Markt, die Kunden oder die Branche gerade ein gutes Produkt, etwas Solides und nichts Abgehobenes, was nicht funktionell ist. Vielleicht müssen wir einmal einen Gang zurückschalten und uns vergegenwärtigen, dass Perfektion ein Zeit- und Ressourcenfresser ist und dass wir lieber mehrere kleine Projekte solide auf den Weg bringen, als viel Zeit in ein großes Projekt zu stecken, an der Perfektion zu feilen und schließlich festzustellen, dass es nicht funktioniert. Denken Sie einmal darüber nach, wie schnelllebig unsere Zeit ist und ob Perfektion wirklich die neue Nulllinie sein sollte. Ich glaube nicht…

In der nächsten Woche geht es hier übrigens um ein Lied, das ich letztens im Radio hörte. Es beginnt mit den Worten: „Ey, da müsste Musik sein, überall wo du bist. Denn wenn es am Schönsten ist, spiel es wieder und wieder… Nur so viel: Es hat mich zum Nachdenken gebracht.

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Affirmationen erleichtern unser Leben. Wieso? Weil wir mit ihrer Hilfe unsere Gedanken nach und nach umprogrammieren und leichter und effektiver arbeiten, unsere Ziele erreichen und Erfolge feiern. Doch wie geht das mit den Affirmationen?

Richtig oder falsch

Immer wieder höre ich von Seminarteilnehmern: „Das mit den Affirmationen, das funktioniert nicht.“ Ich bohre dann immer nach, wie die Formulierungen ganz präzise waren und höre dann häufig, dass sie gar nicht funktionieren konnten. Deswegen wollen wir heute einmal die beiden häufigsten Fehler bei Affirmationen beleuchten.

Marc M. Galal vor tausenden Seminarbesuchern

© Team Uwe Nölke

  1. Affirmationen, die andere Menschen betreffen

Natürlich können Sie sich wünschen, dass Ihre Lebensgefährtin Sie mehr liebt, doch das erreichen Sie nicht mit Hilfe einer Affirmation. Daher kann die Affirmation nicht lauten: „Mein Freundin soll mich mehr lieben.“ Genauso wenig kann eine Affirmation lauten: „Mein Chef wird netter zu mir sein.“ Eine Affirmation betrifft immer die eigene Person und ermöglicht uns, unser eigenes Verhalten und unseren Umgang mit Menschen und Herausforderungen zu ändern. Daher sollten die oben genannten Affirmationen wie folgt lauten:

„ICH liebe meine Lebensgefährtin und freue mich Tag für Tag mehr an meiner Beziehung.“

„ICH komme jeden Tag ein bisschen besser mit meinem Chef aus, unabhängig davon, was er zu mir sagt oder wie er sich verhält.“

  1. Der Glaube an sich selbst

Der zweite Grund, warum Affirmationen häufig nicht funktionieren, liegt darin, dass wir uns selbst nicht glauben. Lautet die Affirmation: „Ich bin selbstbewusst“, während ich mich überhaupt nicht so fühle, dann funktioniert sie nicht. Wir sträuben uns gegen die vermeintliche „Unwahrheit“ und boykottieren den Erfolg. Also müssen wir eine Formulierung finden, die für uns funktioniert.

„Ich traue mir jeden Tag ein bisschen mehr zu und fühle mich nach und nach immer selbstbewusster.“

„Ich schaffe es jeden Tag besser, für mich einzustehen.“

Affirmationen müssen reifen. Sie entwickeln sich und es braucht eine Weile, bis sich die Veränderungen zeigen. Es ist ein bisschen so wie mit einem der frühen Internet-Modems. Erinnern Sie sich? Sie piepten und brauchten gefühlt Stunden, bis die Verbindung hergestellt wurde. Seien Sie also geduldig. Bleiben Sie am Ball und fühlen Sie in sich hinein, ob sich Ihre Affirmationen für Sie gut und richtig anfühlen. Dann funktionieren sie auch, versprochen.

In der nächsten Woche geht es hier übrigens um den Fluch der Perfektion, bleiben Sie neugierig!

Mit dem Fokus ist es so eine Sache. Er ist unglaublich wichtig, denn er hilft einem dabei, sich auf das zu konzentrieren, was man erreichen möchte. Man konzentriert sich sozusagen auf eine spezifische Sache und arbeitet konsequent darauf hin. Je fokussierter man ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass man sein Ziel auch erreicht.

Und wo ist der Haken?

Vorweg, ich finde Fokussierung toll. Ich glaube daran, dass sie einem hilft, seine Ziele zu erreichen. Man lässt sich nicht ablenken, ist gedanklich nicht bei drei verschiedenen Sachen, sondern arbeitet systematisch an der Erreichung eines Ziels. Ist das erreicht, dann kann man sich auf das nächste Projekt und das nächste Ziel stürzen. Doch was ist, wenn man den falschen Fokus hat? Laufen wir dann nicht dem falschen Pferd hinterher?

Erfolgreicher Mann ruht sich an Luxus-Auto gelehnt aus

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Ohne Denken geht es nicht

Vor der Fokussierung steht die Entscheidung. Wenn ich bewusst entscheide: „Nächstes Jahr will ich mit meiner Firma einen Jahresumsatz von 1,7 Mio. Euro machen“, dann muss ich nur noch herunterbrechen, was monatlich erwirtschaftet werden muss, um das Jahresziel zu erreichen. Und natürlich muss jeden Tag hart dafür gearbeitet werden. Ein Fokus ist jedoch keine Einbahnstraße, Fokussierung funktioniert auch andersrum.

„Das mit dem Auftrag, das wird nichts.“

„Der ganzen Branche geht es schlecht.“

„Die Konkurrenz ist immer billiger als wir.“

„Das ist nicht gerade meine Stärke“.

Wenn ich mich auf ein Problem konzentriere, dann bündele ich meine Energie darauf. Ich fokussiere mich auf etwas Negatives, statt nach einem Ausweg oder einer Lösung zu suchen. Um eine gute Fokussierung zu erreichen, muss man sich also stets die folgende Frage stellen.

Was will ich denn eigentlich genau erreichen?

Es hilft nicht, sich zu fragen, was man nicht will. Diese rückwärts gerichtete Frage führt nämlich nur zu einer Problem-Fokussierung und ist nicht zielführend. Ein Beispiel:

„Ich möchte einen Porsche fahren.“

„Ich möchte auf keinen Fall Trabbi fahren.“

Was sehen Sie vor Ihrem geistigen Auge, wenn Sie die erste Aussage lesen und was sehen Sie, wenn Sie die zweite Aussage lesen? Aha, und jetzt denken Sie noch einmal über Ihren Fokus nach. In der nächsten Woche geht es hier übrigens um Affirmationen.

 

Vor zwanzig Jahren sah es in der Abteilung eines großen Unternehmens vollkommen anders aus als heute. Der Chef hatte sein Büro, davor gab es das Büro der Sekretärin, die über seine Termine wachte und seine Korrespondenz erledigte. Hatte der Chef einen Computer? Natürlich nicht, er hatte noch nicht einmal eine Schreibmaschine.

Das Jammern nach mehr Zeit

Man kann es sich kaum vorstellen, dass der Chef keine Schreibmaschine hatte, doch die Sekretärin tippte die von ihm eingesprochenen Texte oder handschriftlichen Notizen ab. Es herrschte die eingängige Meinung, dass die Zeit des Chefs zu kostbar wäre, um sie mit dem profanen Tippen zu verbringen. Wie sieht es heute aus? Natürlich hat jeder Chef einen Computer und ein Smartphone und verbringt Stunden an den Geräten. Könnte und sollte er diese Zeit nicht viel eher nutzen, um Strategien zu entwickeln, Feedback, Wertschätzung und wichtige Impulse zu liefern? Sollte er, statt Mails zu beantworten, nicht viel eher die Gewinne maximieren und das Unternehmen voranbringen?

Erfolg entsteht, wenn alle an einem Strang ziehen

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Eins, zwei, drei und raus

Auf der Jagd nach der verlorenen Zeit neigen Geschäftsführer und Chefs häufig dazu, Mitarbeiter im Eiltempo nach dem Status der laufenden Projekte zu fragen und die Mitarbeiter dann schnellstmöglich wieder aus dem Büro zu scheuchen. Auch wenn dieses Verhalten nachvollziehbar ist, so schadet es doch dem Klima im Büro. Denn wenn Chefs mittels Ja/Nein-Fragen den Status abfragen, dann geht das zu Lasten der Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Wer sich und seine Leistung jedoch nicht genug wertgeschätzt sieht, der wird nicht mit der ganzen Kraft auch schwierige Projekte vorantreiben. Nicht vergessen: Wir Menschen sind soziale Wesen, wir wollen wahrgenommen, wertgeschätzt und für unsere guten Leistungen gelobt werden.

Kleines Zeitfenster, große Wirkung

„Guten Morgen, wie geht es Ihnen?“ Allein durch eine solche Frage vom Chef und ehrliches Interesse verbessert sich das Gefühl des Mitarbeiters schlagartig. Es gibt immer ein kleines Zeitfenster. Man trifft sich am Kopierer, fährt im selben Fahrstuhl, verlässt das Meeting zur gleichen Zeit oder trifft sich in der Kantine. Gute Führungskräfte nutzen solche kurzen Momente, um in Kontakt zu bleiben mit den Mitarbeitern. Das hat Symbolwirkung: Der Chef ist da, er zeigt Präsenz und er interessiert sich für mich. Ist das der Fall, dann gibt jeder Mitarbeiter Vollgas.

In der kommenden Woche geht es hier übrigens um das Thema falscher Fokus. Spannend, das garantiere ich Ihnen.

Die Zeiten, in denen die Sklaven auf der Galeere saßen und buchstäblich um ihr Leben ruderten sind lange vorbei. Und doch ähnelt unsere moderne und schnelle Zeit manchmal einer Art freiwilligen Sklaverei, in die wir alle uns selbst begeben. Sie finden das provokant? Das soll auch so sein, denn wir arbeiten damit nicht für, sondern gegen uns.

Wer Erfolg haben will, der muss die Akkus von Zeit zu Zeit aufladen

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Ich bin dann mal weg

Drei Wochen Sommerurlaub. Das kann sich doch niemand mehr leisten, wenn er nicht jeden Morgen mindestens eine Stunde arbeitet. Und so sitzen wir in Frankreich, auf den Malediven oder an der Ostsee mit dem Laptop auf den nicht gebräunten Knien und checken nur mal eben schnell die Mails. Gut, ein paar Anrufe erledigen wir auch noch und natürlich auch die eine oder andere Skype-Konferenz, aber trotzdem sind wir ja im Urlaub. Das kommt Ihnen bekannt vor? Dann fragen Sie sich einmal, was wirklich passieren würde, wenn Sie drei Wochen einmal nicht erreichbar sind. Würde alles zusammenbrechen? Gäbe es keine Erfolge mehr zu feiern? Würden die Mitarbeiter nicht weiter alles dafür geben, dass alles weiter erfolgreich läuft? Oder ginge es vielleicht auch ohne Sie?

Vereinbaren Sie ein Code-Wort

Natürlich gibt es auch Ausnahmen, doch wer vor seinem Urlaub konsequent kommuniziert, dass er keinen Zugriff auf seine Mails hat, der kriegt auch keine. In absoluten Ausnahmefällen kann ihre Sekretärin eine Notfall-Mail weiterleiten, versehen mit einem Betreff, den Sie vorher ausgemacht haben und der ihnen auf einen Blick zeigt, dass Sie diese Mail ansehen müssen. Wer jedoch sagt, dass er Zugriff auf seine Mails hat, der arbeitet den ganzen Urlaub. Vielleicht ist der Blick schöner als vom Büro aus, aber arbeiten tut er trotzdem.

Akku leer?

Ist der Akku leer, dann sind Sie dafür verantwortlich, ihn wieder aufzutanken. Niemand anderes wird das für Sie tun. Doch es gibt einen Haken. Wer beruflich leistungsorientiert ist und viel und hart arbeitet, der wird dieses Phänomen auch auf sein Privatleben übertragen. Er geht z. B. nicht einfach nur joggen, er läuft gleich einen Marathon. Er geht nicht einfach nur wandern, er geht in der Steilwand klettern; und zwar ohne Gurt. So funktioniert Entspannung jedoch nicht. Es gilt, den Druck rauszunehmen und nicht vom beruflichen Stress in den privaten Stress zu stolpern. Gehen Sie es locker an…

In der nächsten Woche geht es hier um Führung und darum, wie man sich selbst und die Mitglieder seines Teams zu Höchstleistungen anspornt.

Gibt es einen Unterschied zwischen einem Burn-Out und einer Depression? Oft gleichen die Symptome sich, doch die Krankheiten werden vollkommen anders wahrgenommen. Während man das Wort „Depression“ häufig nur halblaut und hinter der vorgehaltenen Hand artikuliert, ist die Bezeichnung „Burn-Out“ inzwischen salonfähig geworden. Warum?

Fragwürdige Tapferkeitsmedaillen

Nur wer brennt, kann auch ausbrennen. Wenn ein Geschäftsführer, Unternehmer oder erfolgreicher Manager also aufgrund eines Burn-Outs mehrere Wochen oder sogar Monate fehlt, dann hat er sich das quasi verdient. Er kümmert sich jetzt einmal um sich, denn er hat vorher ja auch eine erstklassige Leistung gebracht. Er hat gebrannt, das Unternehmen voran gebracht, er hat alles gegeben. Jetzt hat er keine Kraft mehr und damit das Recht auf eine Auszeit. Auch wenn es vollkommen paradox klingt: Einem solchen Erfolgsmenschen mit Burn-Out zollen wir unsere Anerkennung. Wir bewundern ihn, während der an Depression erkrankte Mitmensch lediglich unser Mitleid bekommt.

Selbstzweifel und Antrieb

Um aus diesem ungesunden Kreislauf auszubrechen, sollten wir unsere Definition von Erfolg grundlegend überdenken. Wenn wir Menschen mit Burn-Out bewundern, dann richten wir unseren inneren Fokus darauf aus und entwickeln uns ebenfalls in diese Richtung. Ist das der Weg, den Sie tatsächlich einschlagen wollen? Ich hoffe nicht, deswegen müssen wir die Motivation, die Zweifel an den eigenen Fähigkeiten und den Antrieb überprüfen. Viele Menschen sagen, dass Selbstzweifel produktivitätsfördernd seien. Das klingt auch einleuchtend, denn wenn man denkt, dass die eigenen Leistungen nicht gut genug sind, dann strebt man stets nach der absoluten Perfektion. Diese gibt es jedoch nicht. Man strebt also nach etwas, das unerreichbar ist. Ich gebe Ihnen deshalb einen wirklich wichtigen Rat: Entspannen Sie sich. Wenn es keine absolute Perfektion gibt, warum dann dieser übertriebene Ehrgeiz?

Ausruhen statt ausbrennen

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Denken Sie an Vilfredo Pareto

Vilfredo Pareto ist der Erfinder des nach ihm benannten Pareto-Effekts, der 80-zu-20-Regel. Diese besagt, dass wir 80 Prozent der Ergebnisse mit 20 Prozent des Gesamtaufwands erreichen. Die verbleibenden 20 Prozent der Ergebnisse machen mit 80 Prozent die meiste Arbeit. Mit diesem Wissen fällt es doch gleich viel leichter, den Perfektionsgedanken los zu lassen, oder? Wem es gelingt, dieses Prinzip zu verinnerlichen, der arbeitet nicht nur effektiver, sondern zugleich entspannter. Und das wiederum ist unglaublich wichtig, wenn Sie für sich ein anderes Ziel als einen Burn-Out gewählt haben.

In der nächsten Woche geht es hier übrigens um ein Thema, das mit persönlich sehr am Herzen liegt. Es geht um die Kunst der richtigen und nachhaltigen Entspannung.

Mein Haus, mein Boot, mein Auto. Wer früher mit seinem Erfolg angeben wollte, der kaufte sich eines von diesen Statussymbolen oder gleich alle drei. Er wirkte dann zwar auch wie ein Angeber, doch eben wie ein erfolgreicher. Heutzutage sieht die Situation ganz anders aus. Es ist nicht mehr so leicht, zu erkennen, wer erfolgreich ist und wer nicht. Nicht jeder Ferrari-Fahrer ist erfolgreich. Und nicht jeder, der in Kord-Hosen und mit dem Fahrrad ins Büro fährt, ist nicht erfolgreich. Wie also findet man heraus, wer es geschafft hat und wer nur so tut als ob…

Wer Prioritäten setzt, der schafft Platz für Freiräume

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Stress, Stress, Stress

Neulich habe ich mit dem Manager eines Großkonzerns über einen anderen Manager gesprochen, den wir beide von früher kennen. Wie es ihm so geht und was er so macht. Mein Gesprächspartner sagte: „Der steht morgens schon mit dem Telefon am Ohr auf und wenn er abends spät ins Bett, dann muss er schon sehr genau überlegen wo er ist. Der ist nur unterwegs und hat permanent Stress.“ Ich hörte die Bewunderung in seiner Stimme und fragte nach: „Geht es ihm denn gut?“. Mein Gesprächspartner sagte: „Bestimmt. Er hat es auf jeden Fall geschafft.“ Eigentlich wollte ich noch einmal nachfragen, was denn genau mit „er hat es geschafft“ gemeint ist, doch ich habe es nicht getan. Ich bin mir fast sicher, dass wir nicht das gleiche unter Erfolg verstehen.

Ist Stress die neue Summe aus Haus, Boot und Auto?

Kann es sein, dass wir ein neues Statussymbol für den Erfolg geschaffen haben? Den Stress? Je mehr Stress man hat, desto wichtiger und erfolgreicher ist man? Es scheint fast so, denn viele Menschen sprechen gerne darüber, dass sie vor lauter Stress und Unabkömmlichkeit gar nicht mehr aus den Augen schauen können. Sie reden davon, dass sie in der Woche locker um die 100 Stunden arbeiten, dass sie bereits morgens um fünf Uhr im Büro sind und erst gehen, wenn die Tagesschau lange vorbei ist. Ist das der Plan für Erfolg?

Auf der Suche nach Plan B

Für mich ist ein Maximum an Stress kein Indikator für maximalen Erfolg. Für mich sieht die Gleichung zu großem Erfolg vielmehr so aus: Wer das Richtige tut und das richtige Team hat, der wird zwangsläufig erfolgreich. Natürlich gehört harte Arbeit dazu, doch genauso geht es darum, Vertrauen zum eigenen Team zu haben, Aufgaben zu delegieren und so Kapazitäten für andere wichtige Dinge frei zu haben. Wem das gelingt, der wird erfolgreich. Und während die anderen über Stress reden und darüber, keine Zeit zu haben, geht der erfolgreiche Mensch mit seiner Familie ein Eis essen. Was meinen Sie, welche Variante klingt verlockender?

In der nächsten Woche geht es hier übrigens um das Thema Selbstzweifel und Entscheidungen. Ein wichtiges Thema, seien Sie gespannt!

Es gibt eine Person auf der Welt, die schaut Sie besonders kritisch an. Sie hinterfragt jede Handlung, zweifelt an Ihnen und ist sich nicht sicher, ob Sie das, was Sie tun, auch richtig können. Sie ahnen bereits, von wem ich spreche? Na klar. Sie sind Ihr schärfster Kritiker. Was also müssen Sie tun, um den schärfsten Kritiker der Welt von sich zu überzeugen? Ganz einfach, setzen Sie sich ans Steuer und fangen Sie an, selbst zu fahren.

Autopilot ausschalten

Es gibt Aufgaben, bei denen es praktisch ist, den Autopilot einzuschalten. Man arbeitet die Aufgabe einfach schnell ab, ohne groß darüber nachdenken zu müssen. Es gibt jedoch sehr viele andere Prozesse, bei denen es wichtig ist, den Autopiloten auszuschalten. Der wichtigste ist der innere Dialog.

„Na, das hast du ja wieder prima hingekriegt. So kriegst du den Auftrag nie.“

„Der Kunde müsste ja blöd sein, wenn er dich jetzt noch beauftragt.“

„Du hast es einfach nicht drauf.“

„Wie konntest du nur denken, dass du das schaffst. Du Versager.“

Erfolg ist eine Sache der Einstellung

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Es gibt keine Person auf der Welt, mit der wir so schonungslos umgehen wie mit uns selbst. Die wir derart schlecht behandeln, niedermachen und demotivieren. Nur wir selbst machen immer alles falsch, nicht gut genug oder können einfach gar nichts. Und selbst, wenn wir etwas richtig toll gemacht haben, loben wir uns nicht, sondern gehen direkt weiter zur nächsten Herausforderung. Also, Autopilot aus, positive Wahrnehmung an.

Aufgabe 1: Beobachten Sie sich drei Tage am Stück und nehmen Sie wahr, wie Sie mit sich umgehen. Erst wenn wir uns darauf konzentrieren, wie wir mit uns selbst umgehen, können wir dieses wichtige Muster durchbrechen.

Aufgabe 2: Sie haben die drei Beobachtungstage geschafft? Notieren Sie sich die wichtigsten Erkenntnisse. Wann sprechen Sie besonders negativ mit sich selbst? Haben Sie eine Idee, wie Sie diese Situation vermeiden oder so verändern, dass Sie anders damit umgehen können?

Aufgabe 3: Beginnen Sie damit, gezielt positiv mit sich selbst zu sprechen. Loben Sie sich, fokussieren Sie sich auf das, was Sie gut können. Seien Sie gelassen mit Ihren Schwächen. Arbeiten Sie daran und freuen Sie sich über die Erfolge. Machen Sie aus dem schärfsten Kritiker den größten Unterstützer.

Es liegt in Ihrer Hand. Wenn es Ihnen gelingt, Ihr Verhalten zu verändern und positiv mit sich umzugehen, dann wird das viel Gutes in Ihr Leben bringen. Und jedes Mal, bevor Sie mit sich schimpfen wollen, fragen Sie sich: „Was würde ich einer anderen Person in der gleichen Situation sagen?“ Schon sind Sie wieder zurück in einem konstruktiven Dialog mit sich selbst.

In der nächsten Woche geht es hier übrigens um das Thema Stress als Statussymbol.